Tuesday, 5 July 2011

Manga Review: "Domicile" by//von Robert Labs

Today I want to write something about the German manga "Domicile" by Robert Labs, published 2009 by Tokyopop. Of course there are discussions about whether a manga from a German artist can be called "manga", but these discussions would go too far here. The publisher states that it is a manga.

I actually looked very forward to this manga. On the one hand, the drawings looked promising, on the other hand the story seemed to be interesting, since it is set in Germany and is based on legends about the Cologne Cathedral. But after reading the first volume, I was somehow sceptical.

Robert Labs is really a great artist, as good as his Japanese counterparts. But I have problems with some things in his drawings. The pages often look confusing and overloaded, and in many panels, I can't see clearly the movements of the characters. Perhaps it's because of too much use of screentone. And sometimes I can't distinguish if it is a flashback, a dreamlike vision or just the present ongoing of the story. At least it's not that confusing that you lose the outline of the story.

I can't say much about the story itself, since it it the first volume, which is the base for a three volume story. It is also set at the end of World War II, but this can hardly be seen. The story concentrates a bit too much on its characters and seems to have not so much to do with the Second World War, because it's more a fantasy or mystery plot, but perhaps it will all be explained in the other two volumes.

The manga is designed in a very "Asian"-like fashion, due to the target audience - young, asiophile manga readers. I think here was missed a great opportunity to offer a manga to a wider audience in Germany. The character design is okay for me who reads manga on a regular base, but is eventually too "extreme" for readers who usually don't read manga, but would like to.
Therefore the cover of the first volume is also problematic for me: If the story is about Cologne and the cathedral, why wasn't there a cover used, on which you can RECOGNIZE this at first sight? You can see the cathedral embedded into the "Domicile" emblem, and it is reflected in the sword of the close-up drawn main character - but who should notice that at first sight? The word "Cologne" IS on the cover, yes, but only in Chinese... That's weird and sad, because I know that Labs could do it better.
And was it a good idea to let all the German onomatopoeia look like Japanese characters? I hardly could read them - and I learned Japanese ;) ... Another reason for "normal" readers to stay away from this manga.

I don't know how the manga was received by the media. Were there any critiques, etc.? My points of critique here didn't seem to bother the selling of the manga, since it is partially out of stock. It's not known when the second volume will come out, there aren't any news of it even on Labs "Domicile" blog.

I can't rcommend this manga without reservations. But I'm pretty curious about how the story will go on, and I have at least one favourite picture in the first volume: a drawing of the pregnant character Xin, at the end of the first chapter.

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Heute möchte ich etwas zum Manga "Domicile" von Robert Labs schreiben, der 2009 bei Tokyopop erschien. Es gibt natürlich Diskussionen darüber, ob ein Manga eines deutschen Zeichners tatsächlich auch "Manga" genannt werden kann, aber diese Diskussionen würden hier zu weit führen; laut Verlag ist es ein Manga.

Ursprünglich hatte ich mich sehr über diesen Manga gefreut, einerseits sahen die Zeichnungen sehr vielversprechend aus (auch wenn die Figuren immer ein wenig so aussehen, als ob sie schmollen o3o würden), andererseits fand ich auch die Geschichte interessant, da sie in Deutschland spielt und zudem auf Legenden rund um den Kölner Dom basiert.

Nachdem ich den ersten Band dann gelesen hatte, hinterließ er bei mir gemischte Gefühle.

Zunächst einmal: Robert Labs kann hervorragend zeichnen und steht seinen japanischen Vorbildern in kaum etwas nach. Doch dieses "kaum" macht bereits einen Unterschied. Die Seiten wirken oftmals unübersichtlich und überladen, in vielen Panels kann ich kaum erkennen, welche Bewegungen die Figuren und Charaktere gerade machen. Etwas weniger Rasterfolie hätte da sicherlich geholfen. Hinzu kommt noch, dass nicht immer klar erkennbar ist, ob das, was gerade in der Geschichte passiert, ein Flashback, eine Vision oder die gegenwärtige Handlung ist - ist das Absicht? Alles in allem reicht es gerade so aus, um nicht den Überblick über die Geschichte zu verlieren.

Über die Geschichte selbst kann ich noch nicht so viel sagen. Es ist ja erst der erste Band, der quasi den Grundstein für den Rest der Story legt. Die Serie soll drei Bände haben. Leider merkt man der Geschichte jedoch kaum an, dass sie zum Ende des Zweiten Weltkriegs spielen soll. Der Manga konzentriert sich zu sehr auf die Charaktere, und die Geschichte an sich hat anscheinend auch nicht viel mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun, da sie ja eher in Richtung Mystery und Fantasy geht. Eventuell klärt sich das aber noch in den restlichen zwei Bänden auf.

Man merkt dem Manga auch an, dass er für eine ganz bestimmte Zielgruppe ausgerichtet ist, wahrscheinlich für "typische" Manga-Leser (laut Titelcover ist der Manga erst ab 15 Jahren empfohlen) mit einem gewissen asiophilen Hang. Hier wurde, wie ich finde, auch eine große Chance verpasst, das Medium Manga vielleicht auch Lesern hier in Deutschland anzubieten, die sonst nicht soviel damit zu tun haben. Über den Zeichenstil der Figuren lässt sich zwar streiten, das ist ja auch eine Geschmacksfrage. Für mich als Mangaleser ist Labs' Stil eine schöne Abwechslung, für den "Ottonormalleser" aber wahrscheinlich zu "extrem", um in der Buchhandlung danach zu greifen.
Auch das Cover des ersten Bandes macht mir in der Hinsicht Probleme: Wenn die Geschichte schon rund um den Kölner Dom spielt, warum hat man dann nicht ein Cover benutzt, bei dem man auch auf Anhieb ERKENNEN kann, dass der Manga etwas mit Köln und dem Dom zu tun hat? Der Dom ist nur minimal erkennbar im "Domicile"-Logo eingebaut und wird im Schwert der in "Nahaufnahme" gezeichneten Hauptfigur gespiegelt. Dabei weiß ich vom Zeichner ja, dass er es eventuell besser könnte. Dass der Name "Köln" auf dem Cover steht, hilft nicht weiter - er steht dort nämlich nur auf Chinesisch...
Und ob es eine gute Idee war, die Lautmalereien wie japanische Schriftzeichen aussehen zu lassen? Ich kann viele davon nur mit Mühe entziffern - und ich habe Japanisch gelernt ;) ... Ein Grund mehr, diesen Manga als "normaler" Leser links liegen zu lassen.

Ich weiß jetzt leider nicht, wie dieser Manga in den Medien rüberkam. Gab es Kritiken, Rezensionen, etc.? Letzten Endes scheinen meine Kritikpunkte dem Verkauf des Manga nicht geschadet zu haben, er ist wohl zum Teil bereits vergriffen. Wann der nächste Band rauskommt, ist nicht klar - auch auf Labs' Blog zu "Domicile" erfährt man nichts Neues darüber.

Insofern kann ich den Manga nur eingeschränkt empfehlen. Ich selber bin vor allem neugierig, wie die Geschichte weitergeht, und zumindest habe ich ein Lieblingsbild für mich im ersten Band ausgemacht: Eine Zeichnung der schwangeren Xin am Ende des ersten Kapitels.

1 comment:

  1. Ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen.
    Als ich die ersten Ankünigungen las, war ich auch recht begeistert: Es spielt in D-Land! Nachkriegszeit!!
    Aber nach einmal reinblättern habe ich mich dann gegen den Kauf entschieden, u.a. aus den von Dir beschriebenen Gründen.
    Den menschlichen Figuren sieht man nicht wirklich an, dass man sich in der Zeit kurz nach Kriegsende befindet (Recherche?)
    Das Cover finde ich auch absolut nichtssagend. Sollte es nicht Hinweise geben, worum's geht? Man sieht aber nur eine seltsame Figur mit Schwert oder Dolch. Hurra.
    Aber mal sehen, ob, wann und wie es weitergeht...

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